Sonntag, 20. September 2009

Sauerland-Dialoge in der Werkstattgalerie DER BOGEN











Er setzt sich auf den Hocker, stimmt das Publikum auf die kommende Situation ein und legt los mit seinem Programm „Sauerland-Dialoge“. Kabarettist Gerd Normann kennt die Typen aus dem Sauerland, deren Charaktere und Lebensweise. Im Focus seiner Dialoge ist das Ehepaar Willi und Lisbeth. Sie wohnen in einem kleinen Ort im Hochsauerland (vermutlich Nuttlar). Seit mehr als 40 Jahren führe sie eine mehr oder weniger glückliche Ehe. Zu ihren Alltagsgesprächen gehören natürlich Politik, Dorfereignisse und Kaffeeklatsch-Ereignisse. Die Ergebnisse beziehungsweise die daraus resultierenden Schlussfolgerungen sind schon sehr skurriler Art. Willi ist mit der Pflege seines Resthaars (elf Haare) sehr beschäftigt. Jedes Haar trägt einen Namen. Es waren die Spieler der Fußballnationalmannschaft. „Nimm doch die Namen der Frauennationalmannschaft, die können noch Nachwuchs bekommen“, meint Lisbeth. Oder wussten sie, dass das Bundeskriminalamt im Sauerland alle Gasfeuerzeuge mit destilliertem Wasser füllen will. Die Sauerlandterroristen sollen keine Bombe zünden können. Normann versucht die Balance zwischen Hass und Zuneigung bei Liesbeth und Willi zu finden. Dabei reden die beiden schon öfter aneinander vorbei. „Die Erlebnisse aus dem normalen Alltag eines älteren Ehepaares sind nicht seltener“, meint eine Zuhörerin. Auch Menschen aus der Nachbarschaft kommen in den Dialogen von Normann vor. Da will ein Vater seine 47-jährige Tochter an einen Nachbarn verkuppeln. Sie sei auch ganz genügsam und würde sich mit einem Platz neben dem Rasenmäher im Geräteschuppen zufrieden geben. Lisbeths Freundin wachsen neuerdings Haare auf der Brust, nur weil sie im Zoo einen Gorilla sehr lange angesehen hat. Sie hatte das Gefühl, dass es ein sehr entfernter Verwandter von ihr sei. Als Lisbeth im Zoo war führte sie ein langes Gespräch mit einem Warzenschwein. Grund: Marianne hatte ihre Warze besprochen und danach verschwunden war. Der in Nuttlar geborene und seit 1986 in Berlin lebende Normann begeisterte das Publikum in der Neheimer Werkstattgalerie „Der Bogen“ in der Möhnestraße. Auf der Bühne vom „Theater der Bogen“ von Manuel Quero wurde Familienatmosphäre vermittelt und die Zuhören gehörten zum Programm. Für Normann war das Gastspiel der zweite Auftritt auf Neheimer Territorium 2009. Bereits im Mai spielte der Mitbegründer der Gruppe „Kopfsalat“ in einer Gaststätte auf der Apothekerstraße. Information unter www.der-bogen.de

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