Dienstag, 1. Dezember 2009

Under the Bridge


„Under the Bridge“ wird im nächsten Jahr stattfinden. In der Organisationsstruktur des Vereins wird es ein Neubeginn und einen Umbruch geben“, erklärt Stefan Hagelstein, bei einem Mitgliedertreffen in der Werkstattgalerie „Der Bogen“. Bei dem zwanglosen Treffen gab es einige Manöverkritik, besonders was den finanziellen Bereich und die allgemeine Verwaltung betrifft. Einige vernachlässigte Aufgabenbereiche bei den Veranstaltungen kamen auch auf den Tisch. Lob gab es für die rund 40 aktiven Mitglieder während der Veranstaltung unter der Brücke. Um die Zukunft der Veranstaltung zu sichern, sprachen sich die Versammelten für Mitgliedsbeiträge und die Aufnahme von Fördermitgliedern aus. Außerdem soll mehr Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Der Startschuss dazu fällt bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2010. „Um die Veranstaltung attraktiver zu machen, brauchen wir Sponsoren oder Zielsponsoren, die eine Gruppe finanzieren“, erklärt Susanne Ulmke (2.Vorsitzende). Sie weiß, dass es gute Bands in der Region gibt, die keine hohen Gagenforderungen haben. Ein Veranstaltungstermin konnte noch nicht genannt werden, da dieser mit dem Arnsberger Veranstaltungskalender und einigen Events in der Region abgestimmt werden muss. „Das hatten wir in diesem Jahr leider versäumt und eine überregionale Großveranstaltung hatte uns viele Besucher entzogen“, meint Ulmke. Es wäre schade, wenn die 25. Veranstaltung „Under the Bridge“ aus finanziellen Mittel oder anderen Gründen nicht stattfinden könnte. „Wir versuchen alles, damit das nicht passiert und sind auf einen guten Weg“, versichert der Vorsitzender Jens Hesse. Nach der Jahreshauptversammlung will sich der neue oder alte Vorstand im Februar zusammensetzen, um über Veranstaltungstermin, Sponsorensuche und weitere Maßnahmen zu entscheiden. Förderer und aktive Helfer können sich jetzt schon bei Stefan Hagelstein unter 0151/73170623 oder 02932/897351 melden.

"Wie es euch gefällt" - frei nach Schüttelbier





„Das ist mal eine Kunstausstellung, an der man aktiv mitwirken kann“, erklären die Besucher während der Jahresausstellung „Wie es euch gefällt“ der Neheimer Werkstattgalerie „Der Bogen“. Als die rund 120 Besucher den Ausstellungsraum betraten, wunderten sie sich, warum keine Bilder die weißen Wände füllten. Aufklärung gab es vom Bogenkünstler Pit Schrage: „Betrachten sie die leeren Wände und kreieren sie ihre eigene Ausstellung. Werden sie zum Mittäter, frei nach Beuys, zum Mitkünstler und lassen sie uns gemeinsam das verzapfen, was und jedes Jahr in heftige, strittige und lustige Diskussion wirft.“ Nach der Aufforderung „Hängen sie uns auf, die Nägel sind geschlagen“ machten sich die „Kuratoren auf Zeit“ mit weißen Handschuhen frisch ans Werk. Rund 50 Bilder der Bogenkünstler warteten in Regalen, um sich in der interaktiven Ausstellung zu präsentieren. „Leere Wände sind für einen Künstler immer eine Herausforderung. Diese haben wir in unseren Besuchern geweckt. Dass sie so schnell mitmachen hätte ich nie gedacht“, meint Kirsten Minkel. Mit Spaß und Freude gingen die sogenannten Mitkünstler an die Gestaltung der Wände. Da wurde auch mal wieder ein Bild abgehangen und tauchte an anderer Stelle auf oder verschwand gänzlich im Regal. Der Ausstellungsraum wurde zur Bühne mit einer noch nie dagewesenen Inszenierung. „Wir wollen uns damit für die Unterstützung im bemerkenswerten Bogenjahr beim Publikum bedanken“, so der Bogen-Vorsitzende Karl-Heinz Hosse. Für Anja Cronenberg (Müschede) und Margarete Greitemann (Neheim) ist die interaktive Ausstellung was ganz neues. „Sonst sind die Ausstellungen immer so steif, diese ist einfach locker, dazu noch die flotte Musik, da kommt man so richtig in Stimmung und wird förmlich zum Mitmachen angesteckt.“ Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung von der „Bubble-Jazz-Band“. Bis zum 22. Dezember ist die Ausstellung geöffnet. Bei den Besuchen kann man immer noch Bilder umhängen oder andere Kunstobjekte aufhängen. „Es soll sich ein ständiger Wandel vollziehen, wie es dem Mitwirkenden gefällt“, so Schrage. Öffnungszeiten: Donnerstag 17 bis 20 Uhr; Samstag 14 bis 18 Uhr

Wie es euch gefällt


„Wie es euch gefällt“, nennen die Neheimer Bogenkünstler ihre Jahresausstellung 2009. Am Sonntag, 22. November um 17 Uhr wird die Werkstattgalerie eine ganz besondere Art von Ausstellung zeigen. „Schon beim Betreten unserer Ausstellungshalle werden Besucher sicherlich überrascht sein, was sie diesmal zu sehen bekommen. So etwas haben wir selbst noch bei keiner anderen Ausstellung gesehen oder miterlebt“, meint Bogen-Künstler Pit Schrage. Mehr als das Motto der Ausstellung wollten er und Haimo Hieronymus nicht verraten. Der Titel soll inspirierend sein. Eben frei nach dem gleichnamigen Theaterstück von William Shakespeare, vom Bogen intern „Schüttelbier“ genannt. Aber keine Angst in der Ausstellung wird kein Künstler oder Kunstwerk verbannt. Es könnte nur sein, dass so mancher Besucher oder Besucherin in eine bestimmte Rolle schlüpft. „Keine Angst, es muss sich keiner Verkleiden oder Theaterspielen“, meint Hieronymus. Es wird eine interaktive Vernissage sein. Sie soll ein Dankeschön an die vielen Menschen sein, die uns während und außerhalb von Ausstellung in der Werkstattgalerie besucht haben. „Dazu wollen wir sie in der Jahresausstellung aktivieren, um nicht immer die Betrachterrolle einzunehmen“, erklärt Bogen-Vorsitzender Karl-Heinz Hosse, „es kann diesmal jeder Einfluss nehmen, wie es ihm gefällt.“ Man könnte vermuten, dass es während der gesamten Ausstellungszeit um „Generative Kunst“ geht. Es ist eine zeitgenössische Form des künstlerischen Schaffens, wobei das Kunstwerk beziehungsweise das Endprodukt nicht im Focus steht. Es überwiegt mehr der Entstehungsprozess und das Wichtigste dabei, die Idee. „Dieses neue Konzept besteht aus Performance und eigener Ideenentwicklung. Wir sind selbst auf die Reaktionen gespannt“, so Schrage. Kunstwerke von Kirsten Minkel, Stephanie Neuhaus, Pit Schrage, Axel Schubert, Karl-Heinz Hosse und Haimo Hieronymus werden zu flexiblen Objekten. Musikalisch wird die interaktive Jahresausstellung von der „Bubble Jazz Band“. Bis zum 22. Dezember kann man bei der Jahresausstellung mitwirken oder einfach als Betrachter die Galerieräume besuchen. Der Eintritt ist kostenlos. Öffnungszeiten: Donnerstags 17 bis 20 Uhr; samstags 14 bis 18 Uhr. Telefon: 02932/203130

Manuel Quero Castellano bei Ruhr-2010


Wenn am 9. Januar 2010 das dreitägige Kulturfest in der Kulturhauptstadt Europas RUHR 2010 beginnt ist der Neheimer Tänzer, Choreograf, Regisseur Manuel Quero Castellano dabei. Zusammen mit dem Essener „Folkwang Tanzstudio“ (FTS) wird Quero auf dem Außengelände des Welterbes Zeche Zollverein bei der Eröffnungsveranstaltung auf der zentralen Bühne stehen. Die Choreografie übernimmt Henrietta Horn, die jahrelang mit der im Juni verstorbenen Pina Bausch gearbeitet hat. Auch Quero gehörte von vier Jahre der so genannten FTS-Compagnie an. Vor knapp drei Wochen erhielt er den Anruf von Horn, das er bei dem Event in der Zeche Zollverein dabei sein soll. „Es ist für mich eine große Ehre einen kleinen Beitrag zur europäischen Kulturhauptstadt Ruhr zu leisten“, erklärt der gebürtige Spanier. Mit dem FTS wird er zeitgenössischen Ausdrucktanz zeigen. In der letzten Woche trafen sich zehn Tänzer zur ersten Projektbesprechung. „Unsere Gruppe ist sehr multikulturell und besteht aus verschiedenen Nationalitäten, das passt super zum Ruhrgebiet“, meint der Leiter des Tanztheaters „Theater der Bogen“. Vor einem Jahr zog er in die Werkstattgalerie „Der Bogen“ ein und hat ein Atelier zu einem modernen Theater umgebaut. „Geprobt wird in Essen. Die Aufführung soll ein ganz modernes Tanztheater werden und soll das Gesicht des Ruhrgebiets widerspiegeln“, so der 39-jährige. Das Stück wird nur für diese Veranstaltung einstudiert. Ab dem 23. November bis zur Aufführung heißt es für Quero jeden Tag proben und das sieben Mal in der Woche. „Es soll schließlich alles perfekt sein, denn es werden Zehntausende Besucher erwartet und natürlich eine Live-Übertragung im TV“, so Quero. Seine weiteren Pläne in 2010: Er will die Tänzerinnen und Tänzer des berühmten FTS aus Essen nach Arnsberg-Neheim für verschiedene Aufführungen in sein „Theater der Bogen“ holen. „Ich möchte das moderne Tanztheater mit zeitgenössischem Ausdrucktanz in das kulturelle Leben unserer Stadt einfließen lassen. Das ich schon in meinen Workshops versuche. Eben ein Tanztheater für alle“, wünscht sich der bekennende Sauerländer.

Donnerstag, 5. November 2009

Erster Auftritt "SauerlandAllStars"


Zum ersten Mal in der 10-jährigen Geschichte des Sauerland Herbsts trat das Bigband Ensemble „SauerlandAllStars“ auf. Exklusiv zum Jubiläum wurde es zusammengestellt. Die Band besteht aus 22 Musikern, die ihre Wurzeln im Sauerland haben oder Wahl-Sauerländer sind. Angeheuert und geleitet werden sie vom Jazz-Star Frederik Köster. „Es sind mit die besten Musiker aus dem Sauerland, die hier zusammen gekommen sind“, schwärmt Organisator Georg Scheuerlein. Er und Wolfgang Meyer wollen versuchen das Orchester-Ensemble in dieser Form im Sauerland zu etablieren. Für ihre Premiere benötigten die exzellenten und professionellen Musiker zwei Übungsabende. Der Neheimer Matthias Strucken ist Mitglied der Band. Er beeindruckte mit seinem Solo am Vibrafon beim Stück „Softly as in the Morning Sunrise“. Das erste Musikstück „Cute“ von Jazztrompeter Neal Hefti wurde leise arrangiert. „Das haben wir extra gemacht, damit alle Facetten der Bigband zu hören sind“, erklärt Köster. Das genossen die 500 Besucher in der Versandhalle von der Firma BJB. „Für uns BJB’ler ist es wichtig Industrie, Kunst und Kultur zusammen zu bringen und das über die Grenzen des Sauerlandes hinaus. Hier gibt es nicht nur Skilifte und Bauernhöfe“, betont Philipp Henrici in seiner Begrüßung. Satten Bigband-Song und erstklassige Solis präsentierten unter anderen auch die prominenten und preisgekrönten Musiker, wie Ingo Lahme (NDR-Bigband), Pablo Held, Roland Höppner, Dirk Mündelein, Florian Menzel und Ulrich Lettermann. „Wir hoffen, dass dieses wunderbare Ensemble für das Sauerland erhalten bleibt“, wünschten sich die begeisterten Gäste am Ende der ultimativen Big-Band-Festival-Nacht.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Versuch über die Zeit - Peter Meilchen







Mit der Ausstellung „Versuch über die Zeit“ würdigte die Werkstattgalerie „Der Bogen“ Kunstobjekte und den Neheimer Künstler Peter Meilchen. Er verstarb am 27. Oktober 2008. Knapp über 100 Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung und sahen nicht nur seine Arbeiten sondern gedachten des Künstlers. Rund 50 Meilchen-Exponate aus den Jahren ab 1977 bis 2007 präsentieren die Bogenkünstler in der Werkeschau. Meilchen nutzte vielfach Fotografien für seine Kunst, die er überarbeitete. Mit Satire und einer gewissen Selbstironie veränderte er künstlerisch so manche Fotoaufnahmen. So auch bei seinem Filmprojekt „Schland“. Den acht Millimeter Film hat Meilchen nachträglich noch bemalt und mit Texten vertont. Er wurde während der Ausstellung gezeigt. „Er vereinte bildende Kunst mit Text und Schauspiel“, erinnert sich Kai Mönnich, ein Freund des Künstlers. Nicht nur die überarbeiteten Fotografien werden in der Werkschau gezeigt, sondern auch Malereien und Zeichnungen. Sein ehemaliges Atelier erweckt den Eindruck, als ob er nur auf einer Urlaubsreise wäre. Bilder von seinem Schaffen und Tun „erweckten“ ihn für Momente zum Leben. Stumm oder mit den Worten „So war er, der Mann mit den weißen Schuhen“ verfolgten sie die Fotopräsentation. Lyriker und Hörspielsprecher Andrascz Jaromir Weigoni las aus dem Buch „Vignetten“ einige Passagen vor, dass er gemeinsam mit Meilchen begonnen hat. Bogenkünstler Haimo Hieronymus las eine Notiz vor, die er in den Unterlagen nach dem Tode Meilchens gefunden hat. Zitat: „An meine Neider. Was grämt ihr euch und zappelt in euren Komplexen und Unzufriedenheiten beim Anblick meines Zufriedenseins. Lehnt euch zurück und bedenkt, ich bin sterblich und wenn dies geschehen ist, mögt ihr frohlocken, dass der Gegenstand eures latenten Ärgers euch genommen ist. Doch bedenkt, ich behalte alle meine Vorteile und nehme sie mit – mitsamt dem gelebten Leben. Das bleibt für euch und euer Ärgernis über meinen Tod hinaus.“ Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung von der „Bubble Jazz Band“. Bis zum 15. November ist die Ausstellung in der Werkstattgalerie „Der Bogen“, bei freiem Eintritt, zu besichtigen. Der Verkaufserlös von Meilchens Kunstobjekten geht in eine Stiftung, die jungen Künstler ein Jahresstipendium im „Bogen“ ermöglicht. Öffnungszeiten: Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr. Telefonisch: 02932/203130 oder www.der-bogen.de.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Westfalen Winds in Arnsberg-Hüsten











Zum 2. Mal gab das sinfonische Blasorchester „Westfalen Winds“ ihr Familienkonzert „Klangkaffe“ im Kulturzentrum Hüsten am Berliner Platz. „Wir wollen in Arnsberg langfristig einen Standort haben“, erklärt Pressesprecher Julian Aubke. Leider kamen nur knapp über 100 Zuhörer zur Veranstaltung. „Wir sind ein überregionales Ensemble und haben uns im Raum Arnsberg noch nicht so etabliert“, begründet Aubke die geringe Zuhörerschaft. Im nächsten Jahr sieht es sicherlich besser aus, da gerade die Kulturszene eine gewisse Anlaufzeit benötigt. Die Zuschauer, die den Weg ins Kulturzentrum gefunden haben, erlebten ein wahrhaft sinfonisches Konzert auf hohem Niveau. Auf der musikalischen Reise begegneten den Zuhörern ein Kampf zwischen Gut und Böse, dem Streben nach Perfektion aber auch ganz normale Alltags- und bekannte Leinwandhelden. 65 Musiker unter Leitung vom Dirigenten Uli Schmidt setzten es mit ihren Instrumenten in Szene. Schon das Eröffnungsstück „The Undanced Ballet“ von Frigyes Hidas beschreibt den Gut und Böse-Konflikt. Es ist das Wahlstück, was die „Westfalen Winds“ beim 12. Internationalen Blasorchesterwettbewerb in Italien spielen werden. Dazu kommt das Pflichtstück „Armageddon“ mit sieben Sätzen von Hardy Mertens. In eindrucksvoller Weise wurde das „jüngste Gericht“ in einem sinfonischen Feuerwerk vorgetragen. Sauerlandpremiere hatte die „Traummaschine“ vom Arnsberger Thiemo Kraas. Ein Wechselspiel aus Erzählung und Musik. Die Schauspielerin Anna-Maria Wasserberg war die Erzählerin. Zur Geschichte: der erfolglose Professor Träumli und sein Assistent Tolpi erfinden endlich die Traummaschine. Sie versetzt die beiden Tüftler ins Mittelalter. Die Zuhören gingen durch die ausdruckstarke Erzählung von Wasserberg und der musikalischen Begleitung mit auf die Reise. Dort machen sie Bekanntschaft mit Rittern, Hexen, Geistern, einer Prinzessin und erlebten das bunte Treiben auf einem Marktplatz. Für Träumli wiederholte sich sein letzter Traum. Als er mit Mühe und Not einem Gespenst entkam, musste er feststellen, dass er auf einem Stuhl in seinem Labor saß. Die Frage: Doch nur ein Traum? Die Filmmusik von Hero „Supermann“ und „Batmann“ schlossen den musikalischen Reigen zwischen Gut und Böse sowie das Streben nach Perfektion oder das Ringen um Ideale. Mit viel Applaus bedankten sich die Zuhörer dafür, dass sie einen idealen Nachmittag mit ihrer Familie erleben durften.